Das ist eine geographische Tatsache. Vor allem was unsere emotionale Reisebilanz angeht, wiegt diese Tatsache aber noch viel schwerer: Venezuela ist einfach nicht unser Land. Natur und Landschaft alles pipifein, aber wir haben uns einfach nicht richtig wohlgefuehlt. Das mag an der politischen Situation liegen – die kommunistische Diktatur unter Chavez scheint die Menschen nicht gluecklicher zu machen. Und die Touristen auch nicht, als Auslaender hat man es in Venezuela naemlich wirklich nicht leicht. Das faengt beim Bankomaten an (nur einer von 10 funktioniert) und hoert bei den staendigen, maschinengewehrgeladenen Passkontrollen auf. Dazu kommt noch, dass der Euro auf dem Schwarzmarkt fast doppelt so viel wert ist, als nach dem offiziellem Kurs (das haben wir leider zu spaet erfahren. Wir haben also doppelt bezahlt).
Venezuela ist ein von Militaer und Polizei gepraegtes Land, wenn man per Bus oder Auto unterwegs ist, muss man ca. alle 100 km seine Papiere herzeigen. Sehr sympathisch. Ausserdem hat sich in Venezuela zum ersten Mal waehrend der ganzen Reise jemand vorgedraengelt, und das auch vor einem Eisstand (das zaehlt dreifach). Darueber hinaus hat ein venezulanischer Libanese versucht meine Kreditkarte zu klonen (eine lange Geschichte) und zwei Taxifahrer haben uns ganz boese uebers Ohr gehauen. Man muss aber auch ehrlich dazu sagen: Nach unserem Reisehoch in Kolumbien haette vermutlich jedes Land einen schlechten Start gehabt. Und ein paar schoene Sachen haben wir dann doch erlebt.
Unser erste Station in Venezuela war Merida – eine mittelgrosse Stadt in den Anden. Da sind wir aber nicht lange geblieben, nicht einem lange genug um ein Foto zu machen, es gibt naemlich keines. Oben seht ihr ein Bild von den schoenen Bergen, auf etwa 3000 Meter Hoehe.
Wir hatten naemlich Glueck. In Merida haben wir drei deutsche Buben kennengelernt und die hatten noch Platz im Auto. Da sind wir natuerlich mitgefahren. Zum Beispiel ueber oben ersichtliche Strasse durch die Anden.
Das ist Peter, von hinten. Diese Aussicht durften wir etwa 30 Stunden lang geniessen.
Das ist Peter von vorne. Er steht auf Silikonbrueste und kuenstliche Fingernaegel. Wir sind also nicht seine Zielgruppe. Es gibt Schlimmeres.
Ein kleiner Zwischenstopp. Hier geht es schon wieder bergabwaerts. Die Bremse hat dankenswerterweise erst auf der Autobahn versagt.
Drei coole Jungs in Gelb. Luki, Niko und Robbie. Hier sind wir uebrigens schon am Ziel: Naemlich auf der Isla Margarita. Mekka fuer Windsurfer und Kiter. Und fuer deutsche Auswanderer. Wir haben waehrend der letzten drei Monate noch nie so viele Deutsche getroffen.
Der Fischerhafen von Porlamar in Isla Margarita.
Praktisch: Gleich nebenan ist der Fischmarkt.
Den Fischen ist heiss.
Ach ja – es wandern auch Spanier nach Isla Margarita aus. So wie Luis, er wohnt schon seit ueber 25 Jahren auf der Insel. Kennengelernt beim Autostoppen. (uebrigens etwas, das man in Venezuela eher vermeiden sollte) hat er sich kurzerhand den Nachmittag freigenommen, uns die ganze Insel gezeigt und uns auch noch zum Essen eingeladen. War sehr lustig und wir haben es ueberlebt.
Unser Zimmer in der Posada Iguana.
Magdalena kocht in der Gemeinschaftskueche.
Und waehrend dem Essen kann man durch die Palmenzweige auf die Lagune schauen. Wirklich eine der schoensten Unterkuenfte soweit.
Da schauen wir ja gar nicht so ungluecklich aus. Liegt vermutlich am Wein.
Der Strand von El Yaque.
Magdalena wartet auf den Wind.
Der Wind ist da und Magdalena fliegt uebers Meer.
Lisa macht sich startklar. Sieht doch alles sehr professionell aus.
Nach dem Sport gibt’s Cuba Libre und einen Sonnenuntergang.
Letztes Bild auf Isla Margarita, kurz bevor’s auf die Faehre geht. Hier machen wir uebrigens zum ersten Mal Bekanntschaft mit dem Gelben Psychopathen.
Vier Stunden Faehre plus ein Sonnenuntergang.
Dann geht’s mit dem Bus weiter nach Ciudad Bolivar. Geschlafen wird in der Haengematte, ist billiger.
Nette Stadt eigentlich.
Bunte Haeser, Gitarre spielende Maedchen. Alles wunderbar, wenn -
das bescheuerte Militaer nicht waere. Die haben uebrigens schon um sieben in der Frueh angefangen im Kreis zu stampfen und komisches Zeug nachzubruellen. In Venezuela gibt es auch lustige Werbekampagnen fuer’s Militaer. Naemlich grosse Plakate mit Vorher/Nachherbildern. Vor dem Militaer: Ungluecklich. Nach dem Militaer: Endlich den Sinn im Leben gefunden.
Wir fahren weiter.
Und weiter. Gut eingepackt in Kapuzenpulli und Schlafsack.
Weil: Der Bus wird angenehmerweise auf 14 Grad heruntergekuehlt. Waehrend der Fahrt hatte es sogar kurzzeitig nur 12 Grad, konnte ich leider nicht mehr fotografieren, Haende angefroren. Dazu wurden schoene Filme gezeigt: Stirb langsam 2, Rambo, Hulk1 und Hulk2. Wohl eine subtile Art und Weise die Menschen mit Waffen vertraut zu machen. Das muss man sich vorstellen: Acht Stunden Mord und Totschlag. Dazu durschschnittlich 13 Grad und zwei unfreundliche Militaerkontrollen. Einfach schoen.
Ahhhh! Der gelbe Psychopath ist wieder da! Kennengelernt haben wir den irren, stinkenden Venezulaner auf Isla Margarita. Wir haben nur kurz mit ihm gesprochen, um uns im Anschluss daran 2 Stunden lang anstarren zu lassen. Bis wir mit der Polizei gedroht haben. Gut 15 Stunden spaeter hat er uns dann in Ciudad Bolivar wieder aufgespuert – aber wir konnten ihn abhaengen (der Busfahrer hat ihm kein Ticket mehr verkauft). Doch der Typ ist hinterlistig. 30 Stunden spaeter klopft er uns im Bus nach Santa Elena (nahe der brasilianischen Grenze auf die Schulter). Wir hatten echt Angst. Bei der zweiten Polizeikontrolle (um halb sechs in der Frueh) hat die Exekutive das ganze Gepaeck nach Waffen und Drogen durchsucht. Da haben wir auch einen Blick auf seinen Koffer geworfen. Der Typ besitzt nur weisses und gelbes Zeug. Und wie der gestunken hat. Pfui Teufel. Zum Glueck hat er keine gueltigen Ausweispapiere, er wollte zufaelligerweise auch nach Brasilien. Jetzt sind wir ihn los.
Das letzte Bild in Venezuela. Drei Minuten spaeter sind wir dann in Brasilien. Juchuuu!
Im Moment sitzen wir uebrigens in einem Internetcafe in Manaus im Amazonas. Und der Besitzer hat wegen uns schon 2 Stunden laenger offen. In Venezuela waere uns das vermutlich nicht passiert.
Und wir sind ganz aufgeregt: Morgen geht’s fuer drei Tage in den Amazonas.






























11 Antworten bis hierher ↓
Michael Nu. // Juli 18, 2008 um 1:25 |
unpackbar….schöne fotos. verfolge nun schon ein paar tage euren blog….und bin mittlerweile kurz davor alles hinzuschmeißen und zu verkaufen um in eure fußstapfen zu treten. „NEID“! Der gelbe mann, war es vieleicht der hier: http://img5.allocine.fr/acmedia/medias/nmedia/18/35/44/62/18411943.jpg
Kommt gut nach hause, M.
Jenny // Juli 18, 2008 um 3:20 |
wo ist mein versprochener brief aus kolumbien ?
ha ?
venezuela soll ja das land mit den schönsten frauen der welt sein. die gewinnen andauernd die mrs.universum, is euch natürlich wieder nicht aufgefallen oder ?
inés // Juli 19, 2008 um 8:56 |
12 und 14°C im bus – schätzt euch glücklich. bei uns gibts das den ganzen tag. inklusive regen. schööön.
bussi
darko // Juli 21, 2008 um 8:59 |
sah letztens ne doku ueber den schoenheits miss wahn aus venezuela…
da meinte ne misswahlanwaerterin falls sie es nicht schaffe die misswahl zu gewinnen da wuerde sie studieren gehen!
miss wahlen haben die hoechsten einschaltquoten in venezuela!
ne gute zeit in suedamerika!
landjäger // Juli 21, 2008 um 8:19 |
hmm, lese das schaue auf mein gelbes shirt und überleg ob ich es wegwerfen soll.
aus loyalität wird der landjäger nie in gelb erscheinen!
glück nach brasilien!
philipp // Juli 22, 2008 um 1:44 |
brasilien, kiten, gefrierfachbus, gelbe psychos,… was will man mehr??? vor 10 jahren war ich auch in manaus. die tour in den dschungel war sehr aufregend, piranhas und krokodile, besoffener führer… bin schon gespannt auf den nächsten bericht!
micha // Juli 25, 2008 um 8:46 |
heja,….
boah soooooo schöne bilder……
sehr lässig!!!!
wünsche euch weiterhin feinstes reisen und
ganz liebe grüsse aus vorallemberg nach vorallemflüss,
micha
ps.: vermisse dich ja schwerstens beim kaffeeautomat…….
Papa // Juli 29, 2008 um 9:06 |
Liebes lisele, freu mich auf 12.05 in München, dich wieder zu umarmen und bei mir zu haben.
Papa übrigens auch!
Mama schreibt diese wenigen Zeilen
Alles Liebe und Bussi von Mama und Papa
kathrin // November 2, 2008 um 11:02 |
venezuela is das schönste land der welt!! die leute sind super nett und freundlich
ana maria // Januar 5, 2009 um 9:44 |
hm…also wo fange ich an…
ok ich bin venezolanerin mit deutschen vater..aber sehe mich mehr als venezolanerin, obwohl mein deutsch einem muttersprachler ähnelt.
jedenfalls frage ich mich warum man in solche länder fährt ohne sich vorher gedanken über politische situationen vorort zu machen. ich liebe dieses land..besser als deutschland. ausserdem hat es mehr zu bieten als gewalt, waffen, drogen etc. die menschen sind voll nett und die natur bezaubernd…
von daher ein tipp von mir bleibt doch lieber hier anstatt in solche länder zu fahren und solche kritik auszuüben.
benny // Januar 10, 2009 um 9:35 |
muß ana maria da voll recht geben.übrigens hat venezuela thx chavez die z.z. beste verfassung der welt u ist keine diktatur!solltet mal weniger bild lesen!wo bitte ist in deutschland demokratie wenn uns die politiker ungestraft u von der öffentlichkeit unbemerkt jährlich ca 38 milliarden € rauben dürfen,staatsanwälte weisungsgebunden justizministern unterstehen (wo kein kläger,da kein richter) die öffentlichen medien (lügen u manipulieren) von politikern bestimmt werden (in den rundfunkräten sitzen fast nur politiker,die ihre parteifreunde als chefs ,sogenannte intendanten „wählen“, die privaten medien wie in venezuela ungestraft manipulieren u lügen dürfen,die höchsten richter auch von den herrschenden politikern bestimmt werden u deren parteifreunde sind?also,erst informieren u was lernen,dann reden.anstatt die bild „zeitung“ solltet ihr mal das buch „das system“ von den prof arnim an der uni speyer lesen,damit euch klar wird,was für eine gut versteckte diktatur wie hier in deutschland haben.die laufenden kontrollen in venezuela sind nötig weil die amis u ihre verbündeten seit chavez an der regierung ist laufend putschversuche unternehmen.also,wenn ihr wieder irgenwohin fährt zuerst mal informieren.auch über taxifahrer u so.u gutes spanisch auch vorher lernen.so kommt man mit dem einfachen volk in kontakt u erfährt wie man sich wo verhalten u warum die dinge so sind.lebte fast 15 jahren ohne probs in venezuela u fliege in 6 wochen wieder hin.venezuela ist u bleibt das beste u schönste land der welt… für mich
viva chavez